Spannendes & Ideen #22: Remote Work, Zebrastreifen und Design Thinking

Group Design Thinking

Wir sammeln Spannendes, Interessantes und Ideen rund um das Thema „Stadt der Zukunft“. Wie werden wir in Zukunft leben, arbeiten, wohnen und wirtschaften? Hier ein paar Anregungen, über die wir im Oktober 2020 gestolpert sind:

Remote Work spart CO2? Nicht unbedingt!

Viele Unternehmen beschäftigen sich mit dem Klimaschutz und der Frage, was sie dazu beitragen können. Das Unternehmen Shopify tut dies – wie andere auch – in besonderem Maße. Es hat sich öffentlich dazu verpflichtet CO2-neutral zu werden, der CEO Tobi Lutke versprach jährlich 5 Mio Dollar für einen Nachhaltigkeitsfonds und stellte einen Umweltingenieur zur Betreuung des Fonds ein. Shopify ist ein Internetunternehmen und bietet Onlineshops für Unternehmer an, die ihr Business um eine Onlinekomponente erweitern wollen oder ihr gesamtes Geschäftsmodell darauf ausrichten wollen.

Auch für Shopify ist die „Bürozentriertheit“ vorbei, bis 2021 bleiben die Büros geschlossen und die Belegschaft arbeitet remote. Welche Büros nach Corona überhaupt noch öffnen, ist noch nicht klar und wird auch aktuell noch nicht entschieden.

Die Umweltingenieurin Stacy Kauk betreut das Klimaschutzprogramm für Shopify und setzt sich in einem Artikel im Shopify-Blog mit der Frage auseinander, inwieweit Remote-Work oder Homeoffice tatsächlich zu CO2-Einsparungen beiträgt. Darin verweist der auf eine kürzlich in der Online-Zeitschrift IOPscience veröffentlichte Übersicht über 39 Studien zu den Klimaauswirkungen der der Remote-Arbeit. 26 dieser Studien belegten eine Senkung des Energieverbrauchs des Arbeitens von zu Hauses aus, acht fanden heraus, dass es den Energieverbrauch erhöhen könnte. Dies liegt an unterschiedlichen Methoden, Anwendungsbereiche und Annahmen – einige Studien berechneten den Energieverbraucht einzelner Personen, andere den der Gesamtbevölkerung, wieder andere bezogen sich nur auf die Pendelfahrten, andere den gesamten Arbeitstag. Es gibt jedoch viele Faktoren, die zu berücksichtigen sind und die eine einfache Aussage erschwerden.

Klar ist, wenn weniger gependelt wird, wird weniger CO2 auf der Fahrt produziert. Wenn Mitarbeiter aber dann aufs Land ziehen und damit zwar weniger, aber dafür längere Pendelfahrten haben puttygen download , heben sich die Einsparungen schnell wieder auf. Auch ein erhöhter Energieverbrauch zu Hause muss mit einbezogen werden, vor allem im Winter, wo es umweltfreundlicher sein kann, einen größeren Raum für viele Menschen zu heizen, als viele kleine bei den Menschen zu Hause.

Ein lesenswerter Beitrag, der die Thematik grundständig und wissenschaftlich angeht. Das Ziel von Einsparungen ist klar, nur muss man sich sehr genau überlegen, wie dieses wirklich zu erreichen ist. Eine Perspektive nur auf die Einsparungen bei den Fahrten zum Büro ist zwar einfach, greift eben auch oft zu kurz. M.E. ein hervorragendes Beispiel, sich einer Thematik in der heutigen komplexen Umwelt zu nähern und daraus für das Unternehmen als auch für die Gesellschaft Schlüsse zu ziehen. Vorsicht vor einfach scheinenden Lösungen!!

Zebrastreifen! Aber Hallo!

Auch mal ungewöhnliches probieren, um voran zu kommen mit der Verkehrswende ist vermutlich eine gute Idee. Konzepte und Ideen gibt es viele, nur ausprobiert wird hierzulande wenig. Schade eigentlich, denn es gibt weltweit gute Ideen – wie diesen resoluten Zebrastreifen…

Vielleicht ist es das, was wir, die wir uns Gedanken machen, wie wir die Entwicklung der Städte mit ihren Chancen und Problemen voran bringen wollen, von der Gründerszene lernen können: Dinge ausprobieren, ggf. scheitern oder auch nicht, voran kommen.

Online-Seminar Design Thinking

Am 13. Oktober beginnt das Onlineseminar „Mastering Design Thinking in Organizations“ des Hasso Plattner Instituts in Potsdam. Normalerweise ist auch ein verspäteter Einstieg noch möglich. Das englischsprachige Onlineseminar kann man kostenlos und ohne weitere Voraussetzungen besuchen. Wer Design Thinking noch nicht kennt, dem wird es in den nächsten Jahren ganz sicher mal über den Weg laufen

Design Thinking ist ein Ansatz zur Lösung von Problemen und zur Generierung neuer Ideen. Ziel ist es, innovative Lösungen zu finden, die den zukünftigen Nutzer/Kundin/Anwender/Bürgerin und deren Nutzen in den Mittelpunkt stellt. Beim Design Thinking werden nach Möglichkeit Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen eingebunden, die gemeinsam nach einem bestimmten Ablauf an der Lösung arbeiten. Mehr zur Methode bei Wikipedia.

Das Hasso Plattner Institut ist DIE Institution, die die Methode „Design Thinking“ in Deutschland 2007 eingeführt hat, propagiert und lehrt. Die Verantwortlichen haben die Methode 2005 an der Stanford-Universität entdeckt, gemeinsam weiter entwickelt und nach Deuschland gebracht. Wer schon mal mit SAP zu tun hatte, hat mit großer Wahrscheinlichkeit auch schon über Design Thinking gehört. SAP betreibt in Heidelberg und in anderen Städten der Welt sogenannte App-Häuser, die die kreative Umgebung für das Design Thinking herstellen. Dort werden Kundenlösungen gemeinsam mit Kunden erarbeitet.

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